Résumé: Weihnachten & Silvester #1

09Jan2015

Zuallererst: Liebe Leser, seien es Verwandte, Freunde oder auch einfach nur interessierte Leseratten mit Fernweh - ich wünsche euch allen ein wunderschönes Jahr 2015, das euch mit all seinen noch unbekannten Erfahrungen, Erlebnissen und Wiedersehen hoffentlich viel Freude bereiten und unvergesslich tolle Momente bescheren wird!

Sicherlich wird es euch interessieren, wie es mir hier in den letzten Wochen ergangen ist. Um es vorweg zu nehmen: Einfach super!

Anfang Dezember machten Pia und ich uns erst einmal daran in irgendeiner Weise etwas weihnachtlichen Flair in unserem kleinen Zuhause zu verbreiten. Der Versuch war zwar durchaus bescheiden, aber nichtsdestotrotz getreu dem Motto 'Klein, aber fein!'. Man muss ja schließlich nicht immer den Größten haben.

Ja, kann durchaus sein, dass die Ananas größenmäßig eine Konkurrenz darstellt... Was soll's?! :D! :

Schon mehrmals kam die Frage auf, ob Weihnachten hier in Bolivien ähnlich wie in Deutschland gefeiert wird und gleichsam überall Deko zu sehen ist. Hier die Antwort: Ja, definitiv! Meiner Meinung nach sogar mit mehr Protz und Pomp, als ich es von daheim gewöhnt bin. So lasset die Bilder sprechen:

Plaza vor der Iglesia San Francisco

Iglesia San Francisco

Lama!

Hauptstraße Auf der Plaza Murillo Regierungsgebäude Plaza Murillo

Dinge in der Vorweihnachtszeit: Ergänze was fehlt!

Adventskalender - Weihnachtsbaum - Glühwein - Weihnachtsmarkt - Adventskranz - ???

'Orangen?' - Hä?

'Lichterketten?' - Ja schon, aber das gab es ja zu Genüge, siehst du ja!

'Schokoladennikoläuse?' - Das gehört zu Nikolaus -.-

'Plätzchen?' - ENDLICH!

Genau, Plätzchen gehören zu Weihnachten so wie Bonnie zu Clyde. Blöd nur, dass wir keinen Backofen haben. Aber dank der deutschen Konditortradition sind die Vielfalt und Herstellungsmöglichkeiten von Plätzchen mindestens so zahlreich wie die Anzahl an absolut glaubwürdigen Abnehm-Annoncen, welche spätestens nach Silvester wie Pilze aus dem Boden sprießen und stets neu entdeckte, nach Geheimrezept hergestellte Wundermittelchen anpreisen, um die mit dem selbst gemachten Süßgebäck frisch angefutterten Pfunde wieder loszuwerden.

Also erinnerte sich Pia glücklicherweise an ein Rezept, das mit möglichst wenig Aufwand und Zutaten immerhin einen akzeptablen Ersatz bot. Man nehme Schokoladenkuvertüre, erhitze diese im Wasserbad und füge beliebige Nahrungsmittel hinzu, die möglicherweise dazu passen könnten: Cornflakes, Nüsse, Rosinen, Zimt, Kokosstreusel, etc.

Das Ergebnis war hinterher gar so gut, dass man es auch anderen Leuten antun konnte und ich kleine Päckchen bastelte, um sie vor meinem Weihnachtsurlaub noch in der Klinik an das Personal zu verteilen.

Nachdem das erledigt war, kam ein Ereignis, auf das ich mich schon seit Beginn meines FSJs gefreut hatte: Das Treffen mit Anso.

Für alle die nicht wissen, was genau ein Anso sein soll (ich wurde nämlich schon einmal gefragt, ob das eine Automarke sei): Anso ist die Abkürzung für Ann-Sophie, eine Freundin, mit der ich seit meinem 2. Jahr an meiner ehemaligen Schule bis zum Abitur in einer Klasse war. Schon früher haben wir zusammen Pläne geschmiedet, dass wir nach dem Abschluss ins Ausland gehen möchten. Dass es uns beide nach Südamerika, sogar in Nachbarländer, verschlagen hat, ist reiner Zufall. Anso absolviert momentan ein FSJ in einem Altenheim in Cuzco, Peru, und hatte mir schon relativ zu Beginn den Vorschlag unterbreitet, dass wir Weihnachten und Silvester gemeinsam verbringen könnten. Gesagt, getan.

Am 20. Dezember trafen wir uns in Copacabana am Titicacasee. Kurz und bündig: Es war  ein richtig schönes und gleichzeitig kaum zuzuordnendes Gefühl, ein so vertrautes Gesicht nach fast einem halben Jahr in der fremden Umgebung zu sehen. Diese irritierende Empfindung war aber nach kürzester Zeit wieder verschwunden und wir blieben die folgenden zwei Nächte erst einmal am See: Die erste Übernachtung waren wir in einer kleinen, sehr schlichten, aber trotzdem schönen Unterkunft am Ufer:

Wiedersehen mit Anso :) Picknick am Ufer 

Unterkunft Nacht 1 Ausblick Abends

Am folgenden Mittag fuhren wir auf die Isla del Sol, nachdem wir uns noch in der Stadt, die einen erheblichen Dorfcharakter hat, mit Proviant eingedeckt hatten. Anso hatte nämlich die spontane, mir in dem Moment nicht so grandios erscheinende Idee gehabt, dass wir die Nacht auf der Insel unter freiem Himmel verbringen. Nach einer kurzen Rast am Hafen machten wir uns einfach frei Schnauze auf die Suche nach einem geeigneten Lager und wurden an einer kleinen, einsamen Bucht mit Sandstrand fündig.

Meine Befürchtungen bezüglich Regen und zu extremer Kälte haben sich zum Glück nicht erfüllt und im Nachhinein muss ich sagen: Die Idee war doch grandios und DANKE, Papa, für den Thermoschlafsack! Zwar ist der harte Sandboden natürlich nicht so angenehm wie ein Bett und die dürftige Katzenwäsche am nächsten Morgen ersetzt kein richtiges Badezimmer, aber der Sternenhimmel in der Nacht, das erste Vogelzwitschern zu Tagesanbruch und die restlichen Sinneseindrücke waren einfach der Wahnsinn und haben für alles, aber auch alles entschädigt. (Beim Durchlesen hört es sich so an, als ob ich so etwas noch nie erlebt habe. Doch natürlich, ich bin kein verwöhntes Hotelurlaubkind, im Gegenteil, aber der Einfall und die Umsetzung waren so überraschend :D)

Schweinchen *___* Auf der Suche Spuren Unsere Bucht :) Sonnenuntergang Sonnenuntergang ein paar Minuten später... Guten-Morgen-Selfie von Anso :D

Die Bucht am nächsten morgen Auf dem Rückweg...

Nach unserem Survival-Abenteuer ging es dann zu unserer nächsten Station: La Paz :)

Ich merke wieder einmal, dass mein Blogeintrag ausufernde Ausmaße annimmt, deswegen wird er in einzelne Teile zerlegt :)

Der Rest kommt bald! Bis zum nächsten Mal :)