Résumé: Weihnachten & Silvester #3

21Feb2015

So, meine Lieben, das ist der letzte Teil meiner kleinen Reihe, in der ich von meinen Erlebnissen um die Weihnachtszeit herum berichte.

Nachdem Anso und ich von unserem Trip nach Corroico zurückgekehrt waren, trafen am nächsten Tag auch Pia und ihr Freund Melvin in der Wohnung ein, die aus Santa Cruz angereist kamen. Wir stellten fest, dass wir alle das gleiche Reiseziel für die kommenden Tage eingeplant hatten und begaben uns zusammen zu einem Büro, um unseren nächsten Trip zu buchen: Eine dreitägige Tour zum Salar de Uyuni.

Der Salar de Uyuni ist der größte ausgetrocknete Salzsee der Erde, umfasst mehr als 10.000 Quadratkilometer und ist wohl eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Bolivien - was sich leider auch sehr deutlich an den Heerscharen von Touristen bemerkbar macht.

Nach einer mehr schlecht als recht verbrachten Nacht im Bus nach Uyuni erreichten wir unseren Ausgangspunkt gegen 7 Uhr morgens. Viel Zeit blieb nicht, um kurz etwas zu frühstücken und sich frisch zu machen, denn wenige Minuten später sollte sich die gesamte Reisegruppe von ca. 20 Personen vor dem örtlichen Büro unserer Agentur versammeln. Mit der obligatorischen Verspätung trudelten nach und nach unsere Transportmittel für die kommenden Tage ein:

Unser Jeep^^

Zusammen mit einem chilenisch-deutschen Paar wurden wir dem oben abgebildeten Jeep zugeteilt und im Anschluss unser Gepäck oben auf dem Dach festgeschnallt. Dann steuerten wir auch schon unsere erste Sation an: Einen alten Eisenbahnfriedhof nahe Uyuni. Dort findet man teilweise über 100 Jahre alten Züge, die Wind und Wetter ausgesetzt stumm vor sich hin rosten. Angeblich hatte sich die bolivianische Regierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts dafür entschieden, dem Vorbild der schon länger voranschreitenden Industrialisierung Europas zu folgen und die Infrastruktur des eigenen Landes mit Hilfe von britischen Ingenieuren in Schwung zu bringen. Unglücklicherweise aber kollabierte die Industrie um 1940 herum, sodass der Ausbau abgebrochen werden musste und die nie benutzen Stahlriesen seitdem an ihrem Ursprungsort  langsam aber sicher verwittern, ohne je ihrer originalen Funktion gerecht geworden zu sein.

Uyuni Uyuni Melvin, Pia und Anso :) Anfahrt zum Eisenbahnfriedhof

 

Leider stören die Unmengen an Touristen die leise Melancholie, welche die rostenden Riesen verbreiten. Trotzdem hat mich der Ort wirklich sehr beeindruckt und bleibende Erinnerungen hinterlassen...

 

Darf ich vorstellen: Rekordhalterin im Gewichtheben :D

Das nächste Ziel, welches wir anschließend ansteuerten, war die große Hauptattraktion: Der Salar de Uyuni. Am Anfang habe ich gar nicht mitbekommen, dass wir schon in der Salzwüste sind, weil ich meine Sonnenbrille aufhatte und durch die Tönung der Boden eher erdbraun aussah. Erst als es hieß 'Aussteigen bitte' dämmerte mir dann langsam, dass irgendwas nicht stimmt. Allerdings konnte man die Brille beim besten Willen nicht länger als ein paar Sekunden absetzen, da das Salz die Sonnenstrahlung unglaublich reflektiert und das gleißende Licht ohne Schutz sofort tränende Augen verursacht.
Und wieder einmal fehlen mir die Worte, um die Eindrücke passend wiederzugeben, welche die unglaubliche Weite, das strahlende Weiß und die fantastische Landschaft hinterlassen haben. Deswegen versuche ich es erst gar nicht, sondern überlasse das getrost den Bildern :)

Ebenfalls war es sehr eindrucksvoll, dass in einiger Entfernung ein Regenschauer aufzog, dessen schwarze Wolken einen krassen Kontrast zu dem weißen Boden bildeten...

Posing :D Aber irgendetwas mussten wir ja machen, damit es nicht so langweilig aussieht^^     So sieht das dann aus einiger Entfernung aus^^

Anschließend wurden wir weiter zur Kaktusinsel gefahren. Diese Insel liegt mitten auf dem Salzsee und ist von hunderten Kakteen bewachsen und anscheinend auch noch bevölkert. Angeblich hat das Pärchen, welches mit uns im Auto dabei war, sogar einen Kolibri gesehen :) Allerdings waren Anso und ich nicht auf der Insel, sondern spazierten lieber einmal um die gesamte Oase herum, was gute 40 Minuten gedauert hat. Auch hier ist es wieder einmal sehr beeindruckend gewesen, was für einen Gegensatz das schwarze (Vulkan-?)Gestein zu dem Salz bot.

 

Die meist sechseckigen Strukturen auf dem Boden entstehen übrigens dadurch, dass der Salzsee in der Regenzeit von Wasser überschwemmt wird. Sobald diese vorbei ist, beginnt der Boden auszutrocknen, die Oberfläche wird somit quasi in alle Richtungen gedehnt und es bilden sich diese Risse, wie zum Beispiel bei Schlammpfützen. Da das Salz aber sehr homogen ist und in reinem Zustand eine Gitterstruktur aufweist, entwickeln sich diese Risse auch sehr gleichmäßig und schlussendlich kommen die Polygone zum Vorschein.

Die Erklärung habe ich in einem persönlichen Reiseblog gefunden und versucht, sie etwas vereinfacht wiederzugeben. Für die Richtigkeit kann ich also nicht garantieren und hoffe, dass es halbwegs verständlich ist^^

Ich merke schon wieder, dass der Rahmen gesprengt wird, deshalb wird das dann wohl doch nicht der letzte Teil dieser Reihe werden...

Bis zum nächsten Mal :)

PS: Damit auch alles seine Richtigkeit hat - Nicht alle Bilder sind von mir, ein paar von Melvin sind auch darunter.